Ambiancé Epos

Den längsten Film der Welt zu erschaffen, dieses Mammutprojekt hat sich der schwedische Filmemacher und Medienkünstler Anders Weberg gesetzt. Ganze 720 Stunden soll das Epos mit dem Titel „Ambiancé“ umfassen und 2020 veröffentlicht werden. Den Soundtrack dazu steuert der Dortmunder Klangpoet und Elektronik-Musiker Martin Juhls unter seinem Pseudonym Marsen Jules bei. Hier zu sehen:

Bereits der erste Trailer zum Film hat eine Länge von 7 Stunden 20 Minuten. Erstmalig wurde er Ende März beim Videoformes-Festival in Frankreich vorgestellt. Nun ist er in voller Länge als kostenloser Video-Stream beim Online-Portal Vimeo zu sehen. Gedreht wurde der Trailer in einer einzigen Einstellung am Strand von Hovs Hallar in Südschweden. Ein historischer Ort für Filmkenner, denn hier drehte bereits Filmlegende Igmar Bergman die berühmte Schachszene aus „Das Siebte Siegel“ mit dem er 1957 international bekannt wurde. In epischer Langsamkeit lässt Weberg zwei Schauspieler die zentralen Themen des Filmes nachspielen. Eben diese Langsamkeit greift Jules in seinem Soundtrack auf und lässt seine entschleunigten Klangflächen in steten Wellen auf- und wieder verklingen. Für die ständigen Variationen bedient er sich Techniken der Mininmal- und Ambient-Musik, wie sie bereits von Komponisten wie Steve Reich und Brian Eno verwendet wurden. In der ungewöhnlichen Länge des Films sieht Juhls neben der enormen Herausforderung auch neue Möglichkeiten, sich musikalisch auszudrücken. So sind Stille, Entschleunigung und Zeitlosigkeit schon lange wichtige Aspekte seiner Musik. Bevor der 30 Tage lange Film zur Premiere 2020 parallel auf mehreren Kontinenten gezeigt und danach vernichtet wird, soll 2018 ein weiterer Trailer mit einer Länge von 72 Stunden veröffentlicht werden.

 

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